
Josef Klaus (1910–2001) war einer der bedeutendsten österreichischen Politiker der Zweiten Republik. Der aus Mauthen in Kärnten stammende Jurist begann seine politische Laufbahn nach dem Zweiten Weltkrieg in Salzburg. Von 1949 bis 1961 war er Landeshauptmann von Salzburg und machte sich dort als moderner und reformorientierter Politiker einen Namen. Anschließend übernahm er das Amt des Finanzministers, bevor er 1964 Bundeskanzler der Republik Österreich wurde.
Als Bundeskanzler regierte Klaus zunächst in einer Koalition von ÖVP und SPÖ. Nach dem Wahlsieg der Volkspartei im Jahr 1966 bildete er die erste Alleinregierung der ÖVP in der Zweiten Republik. Seine Kanzlerschaft war von dem Bestreben geprägt, Österreich zu modernisieren und die oft als schwerfällig empfundene Nachkriegspolitik zu reformieren. Klaus setzte auf eine „Politik der Sachlichkeit“ und wollte den Einfluss des traditionellen Proporzsystems zurückdrängen.
Zu den wichtigsten Leistungen seiner Regierungszeit zählen Reformen im Steuer- und Sozialwesen, die Modernisierung des Rundfunks durch das neue ORF-Gesetz sowie erste Schritte zur Annäherung Österreichs an die damalige Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Darüber hinaus gelang es seiner Regierung, den Staatshaushalt zu stabilisieren und wichtige wirtschaftspolitische Weichenstellungen vorzunehmen.
Bei der Nationalratswahl 1970 verlor die ÖVP ihre Mehrheit an die SPÖ unter Bruno Kreisky. Josef Klaus trat daraufhin als Bundeskanzler zurück und zog sich weitgehend aus der aktiven Politik zurück. Dennoch gilt er bis heute als einer der großen Reformkanzler Österreichs. Historiker sehen in seiner Regierungszeit einen wichtigen Übergang vom Nachkriegsösterreich zu einem modernen Staat. Josef Klaus verstarb am 25. Juli 2001 in Wien im Alter von 90 Jahren.
Dr. Josef Klaus, parlament.gv.at
Dr. Josef Klaus, wikipedia.org
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